Regulationstheorie

Definition and Explanation

TL;DR – Brief Definition

Go to FAQs →

Regulationstheorie: Die Regulationstheorie ist eine wirtschaftswissenschaftliche Theorie, die sich mit dem Zusammenspiel von Wirtschaftsstrukturen, politischen Institutionen und gesellschaftlichen Normen befasst. Sie wurde in den 1970er Jahren entwickelt und ist eng mit der marxistischen Theorie verbunden. Die Regulationstheorie legt den Schwerpunkt auf die Analyse und das Verständnis von kapitalistischen Wirtschaftssystemen und versucht, die zugrunde liegenden Kräfte und Mechanismen zu erklären. Sie untersucht insbesondere die Art und Weise, wie Kapitalismus durch soziale und politische Regelungen stabilisiert wird. Die Regulationstheorie basiert auf verschiedenen Kernkonzepten wie der Regulation, Akkumulation und dem Modus der Produktionsweise. Die Regulation bezieht sich auf die Art und Weise, wie das kapitalistische System Kontrolle über die Produktion und die Beziehungen zwischen verschiedenen wirtschaftlichen Akteuren ausübt. Die Akkumulation betrifft die Anhäufung von Kapital und die Entwicklung von Produktionsstufen im kapitalistischen Wirtschaftssystem. Der Modus der Produktionsweise bezieht sich auf die spezifischen Eigenschaften und Organisationsformen der produzierenden Industrie. Ein zentraler Aspekt der Regulationstheorie ist die Idee, dass Kapitalismus nicht unabhängig von sozialen, politischen und kulturellen Faktoren existiert, sondern in Wechselwirkung mit ihnen steht. Die Regulationstheorie betont die Bedeutung von Machtbeziehungen, sozialen Klassen und politischen Institutionen für die Funktionsweise des kapitalistischen Systems. Sie argumentiert, dass gesellschaftliche Konflikte und politische Interventionen sowohl zur Stabilität als auch zur Instabilität des kapitalistischen Systems beitragen können. In Bezug auf die Kapitalmärkte ist die Regulationstheorie relevant, da sie die Regulierung und Überwachung von Finanzinstituten und -märkten analysiert. Sie betrachtet die Rolle staatlicher Institutionen bei der Stabilisierung der Finanzmärkte und untersucht die Auswirkungen von Finanzkrisen auf das kapitalistische System. Bei der Entwicklung von Finanzregulierungen berücksichtigt die Regulationstheorie die Wirkung auf die Akkumulation von Kapital und die Interessen der verschiedenen wirtschaftlichen Akteure. Die Regulationstheorie ist ein wichtiger Ansatz für die Untersuchung und Analyse der Funktionsweise des kapitalistischen Wirtschaftssystems und der Märkte. Ihre Anwendung ermöglicht es Investoren, die zugrunde liegenden Strukturen und Prozesse besser zu verstehen und Risiken und Chancen besser einzuschätzen.

Detailed Definition

Die Regulationstheorie ist eine wirtschaftswissenschaftliche Theorie, die sich mit dem Zusammenspiel von Wirtschaftsstrukturen, politischen Institutionen und gesellschaftlichen Normen befasst. Sie wurde in den 1970er Jahren entwickelt und ist eng mit der marxistischen Theorie verbunden. Die Regulationstheorie legt den Schwerpunkt auf die Analyse und das Verständnis von kapitalistischen Wirtschaftssystemen und versucht, die zugrunde liegenden Kräfte und Mechanismen zu erklären. Sie untersucht insbesondere die Art und Weise, wie Kapitalismus durch soziale und politische Regelungen stabilisiert wird. Die Regulationstheorie basiert auf verschiedenen Kernkonzepten wie der Regulation, Akkumulation und dem Modus der Produktionsweise. Die Regulation bezieht sich auf die Art und Weise, wie das kapitalistische System Kontrolle über die Produktion und die Beziehungen zwischen verschiedenen wirtschaftlichen Akteuren ausübt. Die Akkumulation betrifft die Anhäufung von Kapital und die Entwicklung von Produktionsstufen im kapitalistischen Wirtschaftssystem. Der Modus der Produktionsweise bezieht sich auf die spezifischen Eigenschaften und Organisationsformen der produzierenden Industrie. Ein zentraler Aspekt der Regulationstheorie ist die Idee, dass Kapitalismus nicht unabhängig von sozialen, politischen und kulturellen Faktoren existiert, sondern in Wechselwirkung mit ihnen steht. Die Regulationstheorie betont die Bedeutung von Machtbeziehungen, sozialen Klassen und politischen Institutionen für die Funktionsweise des kapitalistischen Systems. Sie argumentiert, dass gesellschaftliche Konflikte und politische Interventionen sowohl zur Stabilität als auch zur Instabilität des kapitalistischen Systems beitragen können. In Bezug auf die Kapitalmärkte ist die Regulationstheorie relevant, da sie die Regulierung und Überwachung von Finanzinstituten und -märkten analysiert. Sie betrachtet die Rolle staatlicher Institutionen bei der Stabilisierung der Finanzmärkte und untersucht die Auswirkungen von Finanzkrisen auf das kapitalistische System. Bei der Entwicklung von Finanzregulierungen berücksichtigt die Regulationstheorie die Wirkung auf die Akkumulation von Kapital und die Interessen der verschiedenen wirtschaftlichen Akteure. Die Regulationstheorie ist ein wichtiger Ansatz für die Untersuchung und Analyse der Funktionsweise des kapitalistischen Wirtschaftssystems und der Märkte. Ihre Anwendung ermöglicht es Investoren, die zugrunde liegenden Strukturen und Prozesse besser zu verstehen und Risiken und Chancen besser einzuschätzen.

Frequently Asked Questions about Regulationstheorie

Was bedeutet Regulationstheorie?

Die Regulationstheorie ist eine wirtschaftswissenschaftliche Theorie, die sich mit dem Zusammenspiel von Wirtschaftsstrukturen, politischen Institutionen und gesellschaftlichen Normen befasst. Sie wurde in den 1970er Jahren entwickelt und ist eng mit der marxistischen Theorie verbunden.

Wie wird Regulationstheorie beim Investieren verwendet?

„Regulationstheorie“ hilft dabei, Informationen einzuordnen und Entscheidungen an der Börse besser zu verstehen. Wichtig ist immer der Kontext (Branche, Marktphase, Vergleichswerte).

Woran erkenne ich Regulationstheorie in der Praxis?

Achte darauf, wo der Begriff in Unternehmensberichten, Kennzahlen oder Nachrichten auftaucht. In der Regel wird „Regulationstheorie“ genutzt, um Entwicklungen zu beschreiben oder Größen vergleichbar zu machen.

Welche typischen Fehler gibt es bei Regulationstheorie?

Häufige Fehler sind: falscher Vergleich (Äpfel mit Birnen), isolierte Betrachtung ohne Kontext und das Überinterpretieren einzelner Werte. Nutze „Regulationstheorie“ zusammen mit weiteren Kennzahlen/Infos.

Welche Begriffe sind eng verwandt mit Regulationstheorie?

Ähnliche Begriffe findest du weiter unten unter „Leserfavoriten“ bzw. verwandten Einträgen. Diese helfen, „Regulationstheorie“ besser abzugrenzen und im Gesamtbild zu verstehen.

Favoritos de los lectores en el Börsenlexikon de Eulerpool

Girozentralen

Girozentralen sind zentrale Institutionen, die eine bedeutende Rolle im deutschen Bankensystem spielen. Sie fungieren als regionale Abwicklungsstellen für den bargeldlosen Zahlungsverkehr und stellen eine wichtige Verbindung zwischen den verschiedenen Finanzinstituten...

Nachlieferungspflicht

Definition von "Nachlieferungspflicht": Die Nachlieferungspflicht ist ein Konzept aus dem Bereich der Kapitalmärkte und bezieht sich auf die Verpflichtung eines Verkäufers, dem Käufer zusätzliche Wertpapiere außerhalb des ursprünglich vorgesehenen Lieferzeitpunkts zur...

Zuverlässigkeit

Die Zuverlässigkeit ist ein Begriff, der in den Kapitalmärkten stark an Bedeutung gewonnen hat. Es bezieht sich auf die Fähigkeit eines Unternehmens oder einer Anlage, konsistente und vorhersehbare Ergebnisse zu...

Aggregate Investment Approach

Die "aggregate Anlagestrategie" ist eine Methode, die von Investoren angewendet wird, um ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen und zu verwalten. Bei dieser Strategie werden verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Geldmärkte und...

Einheitswurzeltest

Der Einheitswurzeltest ist eine statistische Methode, um die stationäre Zeitreiheneigenschaft einer gegebenen Datenreihe zu überprüfen. Er basiert auf der Annahme eines Autoregressiven Prozesses (AR-Prozess) und kann den Grad der Autokorrelation...

Warenverkaufskonto

Das Warenverkaufskonto ist ein wesentlicher Bestandteil des Rechnungswesens für Unternehmen, die ihre Umsätze durch den Verkauf von Waren erzielen. Es handelt sich um ein spezielles Konto in der Finanzbuchhaltung, das...

Gruppenfreistellungsverordnungen

Gruppenfreistellungsverordnungen sind wichtige Rechtsinstrumente in der Europäischen Union, die es den Mitgliedstaaten ermöglichen, bestimmte wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen und Verhaltensweisen von Unternehmen innerhalb spezifischer Branchen oder Sektoren von der Notwendigkeit einer individuellen...

Neues Kommunales Rechnungswesen

Neues Kommunales Rechnungswesen (NKR) ist ein Konzept der kommunalen Haushalts- und Finanzführung, das in Deutschland angewendet wird. Es bezieht sich auf ein rechnungslegungstechnisches System für die öffentliche Verwaltung, das die...

Übertrag

Übertrag – Definition und Erläuterung In den Finanzmärkten spielt der Begriff "Übertrag" eine bedeutende Rolle, insbesondere im Zusammenhang mit Wertpapieren und Kapitalanlagen. Ein "Übertrag" bezieht sich auf die Übertragung von finanziellen...

Führungsspanne

Definition of "Führungsspanne": Die Führungsspanne, auch als "Span of Control" bekannt, bezieht sich auf die Anzahl der direkten Untergebenen, die eine Führungskraft effektiv beaufsichtigen und kontrollieren kann. In der Unternehmensführung spielt...